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                                                      AUS MEINER SICHT ...

26/10/2016

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Was ist „Sehen“? Ich gehe mit dieser Frage pfiffigerweise zunächst zu einem Optiker, der mir die Sache mit der Linse, der Lichtbrechung und der Netzhaut des Auges erklärt, und weil ich schon mal dabei bin, besuche ich danach zur Vertiefung des gerade Erfahrenen ein anatomisches Institut, um mir die Innereien des Auges mal sozusagen live (na ja ….) zeigen zu lassen, und anschließend noch einen Neurophysiologen, der mich über die Verschaltung des Auges mit dem Gehirn aufklärt.
Mit diesem Wissen aufgepumpt sitze ich dann bei einer Tasse Kaffee und frage mich, ob ich jetzt weiß, was „Sehen“ sei. Da ist ein Berg an Informationen in mir, aber auch das deutliche Gefühl der Unausgewogenheit, „Sehen" ...  da fehlt doch noch was!
Also verzichte ich auf den zweiten Kaffee und gehe über den Campus rüber zum Philosophenturm, dort in den obersten Stock, wo in einem abgedunkelten Raum ein Philosoph sitzt, der seit ungewisser Zeit an einem Bleistift kaut und froh ist, dass ihm mal jemand eine Frage stellt. Was Sehen sei.
Da wird viel gesagt, und als ich wieder raus komme, gibt es einen weiteren Berg an Wissen in mir, aber durchaus jetzt auch das Gefühl der Ausgewogenheit: genau, wir sehen eigentlich nur die Bedeutung, die wir den Dingen geben. So ungefähr hat das der Philosoph gesagt, und das fühlt sich richtig an. Das Bild von einem Baum auf meiner Netzhaut „sehe“ ich nicht, solange ich ihm keine Bedeutung gebe, welche, wenn ich die Sprache schon beherrsche und mich mit anderen ausgetauscht habe, ungefähr die ist, dass ich da, na ja, eben einen Baum sehe.
Auch ein Kleinkind, das noch nicht spricht, bewertet, was es sieht: das Bild von der Mama auf seiner Netzhaut bedeutet ihm anderes als das von seinem Bruder, der ihm mal wieder den Schnuller klauen will. Den „sieht“ es ganz anders.

O.k., dann habe ich also verstanden, was „Sehen“ ist. Prima. Aber zur Sicherheit frage ich noch mal den Kurs, weil so ganz zufrieden bin ich doch nicht. Und der Kurs hat ja immer so witzige Einfälle zum Thema: was was bedeutet, und seine ersten Lektionen drehen sich um die Behauptung, dass nichts, was ich sehe, irgendetwas bedeutet.
Herrlich, oder? Das schmeißt mein ausgewogenes Gefühl, das ich gerade noch vom „Sehen“ hatte, glatt über den Haufen, aber da versuche ich mal, mich flexibel zu zeigen.
Ja was bedeutet denn dann was, und was sehe ich überhaupt?

Natürlich bestreitet der Kurs nicht, dass ich einen Baum sehe, wenn ich einen Baum sehe. Aber er sagt mir, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist über das Sehen, und da ist er ziemlich radikal: was nicht die ganze Wahrheit ist, das bedeutet eben nichts. Was ich als „ausgewogen“ empfinde in puncto „Sehen“, ist richtig, aber nicht wahr, nicht die ganze Wahrheit. Eine „Teilwahrheit“ gibt es nicht, entweder es ist etwas wahr oder nicht, und in diesem Sinn muss ich weitersuchen, wenn ich wissen will, was „Sehen“ wahrhaft bedeutet.

Ganz einfach, sagt der Kurs, „Sehen“ bedeutet, die Wahrheit eben nicht auszuschließen. Mit meiner Ausgewogenheit habe ich sie also noch ausgeschlossen, es war mir gar nicht klar gewesen, dass ich eine „Wahrheit“ brauche, um zu erfahren, was „Sehen“ sei. Ich habe also einen Punkt gemacht, wo keiner ist, das sagt mir der Kurs zu diesem Thema - und will mir den imaginären Punkt gar nicht nehmen, wenn ich ihn unbedingt  behalten wolle, könne ich ihn ruhig behalten und dann bliebe mir ja immerhin die schöne Ausgewogenheit meines Wissens.

Aber gut, dann lass' ich den Punkt also mal weg.
Und da „sehe“ ich dann, wohltuend befreit von den Begrenzungen meiner Definitionen,  den Optiker, den Anatomen, den Neurophysiologen, den Philosophen, die Tasse Kaffee und mich, wie sie sich … begegnen. Nicht auf dem Campus unseres Wissens, sondern an einem inneren Ort, sozusagen in einem einzigen Gedanken, den nicht das Gehirn birgt, sondern der Geist, der wie ein ruhiges, liebendes Auge aus Allem auf Alles als Eins mit Ihm schaut.

Danach ist mir wohler. Die letzte Unruhe ist aus der Suche nach der Bedeutung von „Sehen“ für mich heraus. Und jetzt kann ich es wieder seelenruhig ausgewogen definieren. Für den Fall, dass ich mal wieder tieftauchen möchte, nehm' ich ein Wort aus dem Kurs: Die „Schau“. Da ist dann das Ding mit der Wahrheit wieder drin. Und jetzt aber: die zweite Tasse Kaffee!

                                                                                                                                                    *

Blindenhilfe
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