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                                Gemeinschaft: ich brauch' Dich ... nicht !

31/10/2015

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Gemeinschaft suchen wir alle. Nicht, dass wir die Wahl hätten, wir brauchen einander als Halt, Bestätigung, als Antwort: wer sagt mir sonst, wenn nicht Du, wer ich bin?
Gemeinschaft ist unausweichlich, auch der zurückgezogenste Eremit muss mit den Ameisen auskommen, die partout seine Höhle mit ihm teilen wollen,
noch der eingerollteste Autist ist letztlich ein einziger stummer Schrei nach dem lebensspendenden Austausch mit Anderen:
niemand von uns kann aufhören zu kommunizieren.

Gemeinschaft als solche ist unverhandelbar. Aber sie ist auch der Ort von Enttäuschungen, Verletzungen, Missverständnissen und Gewalt, und so formen sich Gemeinschaften ständig um, grenzen sich gegeneinander ab, formen Identitäten neu, über die Familien, Vereine, Staaten, Kulturen bis zu den Ideologien und Religionen gilt das für alle „Interessenverbände“. Viele gemeinschaftsbildende Unterschiede sind dabei zunächst vorgegeben: Herkunft, Bildungsgrad, Aussehen, Sprache, aber dennoch:

Wäre es nicht gut, gelegentlich die Frage zu stellen, auch gerade jetzt angesichts der Flüchtlingsbewegung, was es eigentlich ist, das Gemeinschaft so unausweichlich macht?Jenseits der einzelnen Aspekte, die uns ihre Not-wendigkeit nahelegen wollen: was ist Gemeinschaft in ihrem Kern? Kann man darüber etwas sagen?

Unser Denken darüber scheint mir sehr an dem Wort „brauchen“ festzuhängen, wir brauchen einander, ich selbst habe es eingangs so formuliert.

Aber ist das so?

Brauch' ich Dich, dass Du mich nährst, mich bestätigst, mir den Spiegel vorhältst, um mir zu sagen, wer ich bin?
Die Frage scheint ja schon beantwortet: Ja, natürlich! Ich brauch' dich!

Aber noch einmal: ist das wirklich so?

Anders formuliert, entsteht ein neuer Klang: ich brauche Dich nicht, aber ohne Dich kann ich nicht sein!

Ohne Dich kann ich nicht existieren, aber selbst, wenn Du mir alle Antwort verweigerst: ich kann sie doch hinter Deiner Verweigerung hören,
Ohne Dich kann ich nicht lieben, aber selbst, wenn Du Dich radikal von mir abwendest: ich kann Dir zugewandt bleiben und dann seh' ich, dass Dein Eigentliches mich immer noch anlächelt.
Ohne Dich kann ich nicht atmen, aber selbst, wenn Du mir die Luft nimmst und mir schon schwarz vor Augen wird: Ich kann noch meinen letzten Atem mit Dir teilen, und eine andere Art von Athem wird uns beide am Leben halten.

Ich brauch' Dich nicht, aber ich kann nicht ohne Dich SEIN, weil ich Du BIN.

Wäre es nicht gut, sofern irgend etwas in uns „ja“ zu diesem Gedanken sagt, wenn wir uns an diese Quelle aller Gemeinschaft erinnern würden?
Dieses erinnernde Aufeinanderschauen nennt der KURS Vergeben. Letztlich vergeben wir immer nur das eigene Am-Anderen-Vorbeischauen.

Diese Art Vergeben lässt sich leichter beim harmlosen Nachbarn üben, den wir all die Jahre einfach nur übersehen haben, und der freundlich auf unsere neu aufkommende Zuwendung reagiert als beispielsweise bei einem Gewalttäter, der zunächst unsere sämtlichen Abgrenzungs- und Schutzreflexe mobilisiert, und bei dem vergebende Gedanken, sind wir dann doch dazu in der Lage, vielleicht  nicht anzukommen oder sogar zusätzliche Aggressionen auszulösen scheinen.

Worauf aber vertraue ich? Was schützt mich besser? Die Vernunft des Denkens und Handelns auf die Basis einer verleugneten gemeinsamen MITTE zu stellen und im Nachbarn den Nachbarn und im Mörder den Mörder zu sehen,
oder mir dieses Leugnen zu vergeben, auch im Mörder den Bruder im Geist nicht mehr abzuwehren und willens zu sein, die Vernunft meines Denkens und Handelns auf diese Basis zu stellen, bevor ich ihn zur Verantwortung ziehe? Das ist eine innere Entscheidung.

Und der vom Mörder Getötete? Ist er nicht aus der Gemeinschaft gegen seinen Willen gewaltsam ausgestoßen worden? Für ihn gibt es doch keinen Schutz mehr, dafür ist es zu spät!

Ist es das? Wie denken wir über ihn? Ist er wirklich aus unserer Gemeinschaft herausgefallen? Haben wir die Macht, das zu entscheiden?
Oder umgeben unsere Gedanken ihn mit eben jenem Athem, der sich nicht töten lässt, und ohne den ich nicht SEIN kann?

Was schützt uns besser?

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